Krishna and Radha – Dreiteiliges Relief mit Figuren aus der indischen Mythologie als außergewöhnlicher Raumteiler (Teil 1)

Dezember 17, 2008

Da wir bald Weihnachten haben, habe ich mir gedacht, daß dies der richtige Augenblick sein müßte, um Euch eine meiner schönsten Holzarbeiten vorstellen: Krishna und Radha, eines der berühmtesten Paare aus dem hinduistischen Pantheon.
Hier ist zunächst einmal ein Bild von diesem sehr großen Dreiteiler, der komplett in 4 Teile (3 Panele und 1 Fuß) zerlegt werden kann, was für den Transport nicht gerade von unerheblichem Interesse ist.

aindipar1„Krishna and Radha“
215 x 235 cm, ca. 65 kg, Kiefer

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Wie ich zu diesem Motiv gekommen bin? Nun – ich liebte schon immer Märchen aus aller Welt, Legenden, Erzählungen. Und die Legenden und Erzählungen aus der indischen Mahabharata, dem großen Epos der indschen Literatur, sind besonders bunt, lebendig und äußerst vielschichtig. Es sind spanndende Erzählungen, von Göttern und Göttinnen mit allzu menschlichen Charakteren und Persönlichkeiten, so ganz anders als die Legenden und Sagen aus der Deutschen Götter- und Unterwelt, wo man immer das Gefühl hat, gleich den erhobenen Zeigefinger zu sehen.

Außerdem erschienen mir die Figuren der indischen Mythologie besonders geeignet, um überschäumende Lebensfreude auszudrücken, die auf den Betrachter überspringen sollte. Es gibt zwar in unserer mitteleuropäischen Bildersprache ebenfalls viele Figuren, die denselben „Zweck“ erfüllen würden, besonders die aus der Renaissance und aus dem Barock, aber ich bin nun mal keine Freundin von Putten und ähnlichen Figuren.

indi1

Nach einer Menge Nachforschungsarbeit, um das richtige Motiv zu finden, Inspirationen zu sammeln für die Ornamente etc., vielen Sketchen und schließlich einer 1:1 großen detaillierten Zeichnung, waren in der Zwischenzeit schon einige Wochen verstrichen, bevor die eigentliche Arbeit begonnen werden konnte, nämlich die Bearbeitung des Holzes.

Nachdem feststand, wie groß (nämlich sehr groß) das Ganze werden sollte, ging es ans Aussuchen des Holzes. Es sollte aus praktischen Gründen wieder Kiefernholz sein, mit möglichst gleichmäßiger Maserung – obwohl dies nicht unbedingt erforderlich war, da ich sowieso geplant hatte, das Holz mit einer Speziallasur zu versehen. Aber die Verarbeitung ist leichter, wenn man sich nicht ständig von relativ weichen auf relative harte Stellen umstellen muß.

indi2

Ich wollte mit dieser Arbeit nicht nur einen ganz gewöhnlichen Paravent herstellen, sondern etwas Besonderes schaffen, das man garantiert nirgendwo sonst schon einmal gesehen hätte. Ich hatte ja bisher schon zwei Paravents (Bodhisattwa und Buddha Amida) ebenfalls mit Skulpturen als Basrelief geschnitzt, diese aber nach „klassischer Manier“ dunkel bzw. mahagonifarben gebeizt. Diese Arbeit sollte ganz anders werden, nämlich hell.

Auf die Idee brachte mich ein Interior Designer und Künstler auf meinen letzten Touren durch Südfrankreich, mit dem ich mich ausführlich unterhalten habe. Dunkle Holzarbeiten sind eigentlich nur dann wirklich schön, wenn sie mit strahlend weiß gekalkten Wänden wie man sie häufig in südlichen Ländern findet. Nur dann wirken sie nicht erdrückend.

In unseren mitteleuropäischen Breiten sind möglichst helle Farben eher etwas für die Aufhellung des Gemüts. Daher hatte ich beschlossen, diese neue Arbeit mit einer hellen Lasur zu versehen, um das Holz wie altes Elfenbein aussehen zu lassen. Aber davon später.

indi3

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(Fortsetzung folgt…)

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2 Responses to “Krishna and Radha – Dreiteiliges Relief mit Figuren aus der indischen Mythologie als außergewöhnlicher Raumteiler (Teil 1)”

  1. Jana Bouc Says:

    Wow! You carved these?!!! I wish I could understand the words. I also clicked over to your website and saw more images of this piece. I can’t even begin to imagine how it’s done but what a wonderful sensuous image!


  2. Hi Jana, thanks for your lovely compliment and your visit. I am going to translate this into my english blog and will publish it there as well.
    Btw – you made my day and proved right what I said in my last German rant, that the Germans are very „sparse“ with comments and that it is much more fun to blog in the English speaking world!!!


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