Lascaux – Höhlenmalerei auf Seide
März 12, 2009
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| „Lascaux“ 100 x 33 cm, Seide |
Das vorerst letzte Gemälde aus der Serie der Magischen Symbole ist Lascaux, benannt nach der Entdeckung der Höhlenmalereien nahe dem französischen Städtchen Lascaux am 12. September 1940.
Es passierte folgendes:
vier Teenager, Marcel Ravidat, Jacques Marsal, Georges Agnel and Simon Coencas, waren am 12. September 1940 auf Entdeckungstour, wie es halt Jugendliche so machen. Sie entdeckten eine große Höhle und damit die Malereien, die, wie sich später herausstellte, mehr als 17000 Jahre alt waren. (Details zu dieser Geschichte sind nachzulesen auf der offiziellen Website des Kultur und Kommunikationsministeriums in Frankreich)
Die Höhlen wurden für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, mußten 1963 aber wieder geschlossen werden, da man feststellte, daß sich eine zerstörerische Konzentration von Kohlendioxid in den Höhlen durch die Ausatemluft der Besucher bildete und drauf und dran war, die kostbaren Wandmalereien zu zerstören.
Ein Klimaanlge wurde installiert, um Luftfeuchtigkeit etc. zu kontrollieren, aber die Höhlen blieben für das allgemeine Publikum geschlossen. Dafür wurde für viel Geld 1983 eine detailgetreue Nachbildung geschaffen, um der Öffentlichkeit doch noch einen Zugang zu diesem Erbe der Menschheit zu verschaffen.
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Die Höhlenmalereien von Lascaux stammen aus dem Magdalénien, dem letzten Abschnitt der jüngeren Alt- steinzeit, in dem die letzte Eiszeit langsam zu Ende ging. In diese Zeit – etwa 18000-10000 v.Chr. – fällt auch der Gebrauch von Mikrolithen als Kleinst- werkzeuge. Damit sind vielleicht auch die überaus detailliert ausgestalteten Malereien zu erklären, für die es einer großen Kunstfertigkeit bedurfte. Wer mit winzigen Werkzeugen umgehen kann, wird auch in der Lage sein, kunstvolle Malereien zustandezubringen.
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Die frühesten und primitivsten Bilder in der Menschheitsgeschichte waren Fingerzeich- nungen, die mit weichem Ton ausgeführt wurden. Danach kamen Gravuren, die meist mit scharfen Feuerstein- klingen ausgeführt wurden. Die Malerei kam erst später. Die ersten Farben waren Rot (Eisenoxid) und Schwarz (Mangandioxid, manchmal auch Holzkohle). Das Weiß wurde mit Kaolin erreicht, andere Farben, die den Menschen des Magdalénien zur Verfügung standen, waren Braun und Gelb.
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Die Künstler des Magdalénien waren äußerst einfallsreich. In Lascaux wurden Stößel und Mörser gefunden, in denen die Farben aus nicht weniger als 158 verschiedenen Mineralpigmenten gemischt wurden.
Offensichtlich gab es genügend Pigmente – es wurden große Klumpen davon entdeckt. Es wurden die Schalen von Seepocken oder aber auch menschliche Schädel als Behälter benutzt. Wasser aus der Höhle und Kalk wurden zum Mixen benutzt, tierische und pflanzliche Fette als Bindemittel. Die Künstler hatten primitive Malkreide and sie benutzten Pinselwerkzeuge für die Farbe, obwohl davon nichts übriggeblieben ist. Hauptlinien wurden mit Punkten vorgezeichnet, die dann miteinander verbunden wurden. Manchmal wurde die Farbe sogar aufgesprüht. Man benutzte Schablonen. Blasröhrchen aus Vogelknochen dienten dazu, Farbe aufzubringen.
Es ist interessant zu erfahren, daß die Künstler des Magdalénien ihre Arbeiten im Freien ausführten, daher haben nur die Gravuren überlebt. Einige Arbeiten waren ephemer oder einfach Übungsstücke. Die sogenannten Fine Art Gravuren und Malerien waren jedoch für die Ewigkeit gedacht, als „Lernmaterial“ für kommende Generationen und wurden daher in Höhlen ausgeführt. Die Höhlen wurden zum Schutz benutzt, um dafür zu sorgen, daß die Kunst, die man darin produzierte, überlebte. Das führt zu der Schlußfolgerung, daß die besten Kunstwerke von professionellen Künstlern ausgeführt wurden. Und daraus könnte man schließen, daß der erste Beruf eines Menschen der Vorgeschichte der des Künstlers war! (grob übersetzt und zusammengefaßt von Artchive).
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All diese Höhlenmalereien zeugen von einer künstlerischen Qualität und Fähigkeit zur Abstraktion sowie einer realistischen Darstellungsart, die überrascht. Glaubte man doch, daß die Menschen aus dieser Erdepoche äußerst primitiv und simplistisch waren. Wieder mal ein Beispiel für die Arroganz unserer modernen Welt.
Mich haben die schlichte Eleganz, die Farben und die Formendetails dieser Zeichnungen und Malereien immer fasziniert. So versuchte ich, mich in meiner Phantasie in diese Zeit zurückzuversetzen und meine eigenen „Höhlenmalereien“ zu produzieren, allerdings auf Seide, nicht auf Fels. Meine sind jedoch nur eine sehr bescheidene „Reproduktion“ dieser außergewöhnlichen Kunstwerke…
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April 6, 2009 at 6:21
Wirkt beeindruckend echt!
Der Hintergrund wirkt durch den Farbverlauf tatsächlich wie echter Höhlen – Felsen.
Interessant, dass man auf so unterschiedlichem Material einen recht ähnlichen Effekt erreicht.
April 14, 2009 at 4:32
Vielen Dank für den netten Kommnentar. Das war meine Absicht, mit einem kleinen Zwinkern, einen Effekt auf Seide zu erreichen, der so gar nichts mit dem Original Stein zu tun hat. Das macht das ganze einfach ein bißchen überraschender.