Von der Beschreibung über den handgeschnitzten Paravent Krishna und Radha fehlen noch ein paar Teile. Ich habe noch gar nicht über das Mittelstück gesprochen, das ja der Namensgeber für dieses Triptychon ist.

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In Wikipedia können wir folgendes über Krishna nachlesen:

Krishna ist eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatar vonVishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten.

Die heiligen Schriften beschreiben Krishnas Körpertönung als vergleichbar mit einer frischen Gewitterwolke. Er hat stets eine Flöte, die Bansuri, bei sich und trägt eine Pfauenfeder im Haar. Obwohl er im wissenschaftlichen Sinne nicht als historisch angesehen wird, gehen Hindus davon aus, dass er tatsächlich gelebt hat. Die Indologie untersucht historische Spuren (weiter hier)

Radha ist in der hinduistischen Mythologie die ewige Gefährtin und Geliebte Krishnas.

Radha war eine der Gopis (Kuhhirtinnen), die gemäß den Erzählungen in Vrindavan, dem Ort von Krishnas Kindheit, gelebt haben soll und wird in den Puranas sowie im Mahabharata erwähnt. In der hinduistischen Strömung der Gaudiya Vaishnavas gilt Radha als die personifizierte Kraft der unbegrenzten Liebe Gottes (Hladini-Shakti). Sie ist die inkarnierte Göttin Lakshmi, die ihrem Gatten Vishnu in jeder Inkarnation zur Seite steht.

Radha und Krishna gelten als das klassische Liebespaar der hinduistischen Religion und spielen in allen Sparten der indischen Kunst noch heute eine bedeutende Rolle.

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Warum die Darstellung des Liebespaares auf einem Pfau reitend? Der Pfau gilt als Symbol der Schönheit, Reichtum, Liebe, Leidenschaft aber auch Unsterblichkeit, Arroganz und Eitelkeit. Mythen und Legenden ranken sich um ihn in den verschiedensten Kulturen und Epochen. In Indien ist er neben seiner Stellung als heiliges Tier gleichzeitig auch der Nationalvogel.

Weitere Götter, für die der Pfau eines ihrer Reittiere ist, sind Sarasvati und Indra. An der Seite von Indra zeichnete sich der Pfau besonders im Kampf des Indra gegen den Dämonenkönig Rayana aus.

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Der Bedeutung dieses mythologischen indischen Götterpaares angemessen wurde der Hintergrund dieses Paravents gestaltet. Die weichen, runden Formen der Ornamente sollen hier besonders den weiblichen Aspekt ansprechen, wie auch die leicht überzogen dargestellte Figur der Radha, was übrigens auch eine Stilform in der indischen Kunst ist.

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Die Ornamentik ist der in den Tropen üppig wachsenden Flora nachempfunden, die mich auf meinen Reisen immer ganz besonders fasziniert hat. Man hat einfach immer das Gefühl, von einem unbändigen Lebenswillen begleitet zu sein. Dies drückt sich auch in der Kunst aus und läßt den Europäer immer wieder staunen. Dabei besitzt die indische Ornamentik ganz im Gegensatz zum etwas schwerfälligen und manchmal plumpen Barock eine Leichtigkeit und Eleganz, die von ganz besonderem Reiz ist.

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Im Gegensatz zum relativ prüden Europa (zumindest im 19.Jh) hat man in der indischen
Bilderwelt keine Scheu davor, göttliche Leidenschaften und Freuden als menschliche Ebenbilder darzustellen. Dies drückt sich auch im Tanz aus. Gesichter verhüllen kaum, was der Körper in der Ekstase verspürt. Auch dies sollte in diesem Paravent wenigstens ansatzweise dargestellt werden.

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Radha wird hier als hingebungsvolle, liebende Gattin dargestellt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auch auf ihre äußere Erscheinung gelegt, ihre Frisur, ihren Schmuck. In Indien tragen die Frauen auch heute noch die typisch weibliche Bekleidung, den Sari, mit einer Grazie und Würde selbst in den ärmlichsten Hütten, die man nur bewundern kann.

Dies soll keineswegs ein hinterhältiger Angriff auf die so hart erworbene Emanzipation der Frau sein, sondern eben nur eine Feststellung. Davon abgesehen ließe sich eine ähnliche Kleiderordnung in unseren Breiten mit den entsprechenden winterlichen Temperaturen und der entsprechenden Lebensweise wohl kaum mehr durchführen.

In der indischen Mythologie ist der weibliche Aspekt niemals aus dem Ganzen herauszudenken. Anders als in westlichen Mythen und Kulturen, wo der weibliche Aspekt nicht nur eine untergeordnete Rolle spielt, sondern oftmals nicht einmal zur Sprache kommet, ist in Indien die weibliche Urkraft des Universums, das Shakti, nicht aus dem Gesamtbild herauszulösen.

Dies materialisiert sich in vielen Gestalten, die doch immer wieder nur die eine darstellen:

Shakti steht im Hinduismus für die weibliche Urkraft des Universums, die die aktive Energie darstellt. Oft wird sie gleichgesetzt mit dem weiblichen Gegenpart zur hinduistischen Trimurti, der Dreiheit von „Brahma, Vishnu und Shiva“.

* Für Brahma, den Schöpfer/Vergeber, ist es Sarasvati. Sarasvati ist die Göttin der Kunst und Wissenschaft.
* Für Vishnu, den Erhalter/Verwandler, ist es Lakshmi. Lakshmi tritt als Göttin des Glücks, des Reichtums und der Schönheit auf.
* Für Shiva, den Zerstörer/Erlöser, ist es Parvati. Parvati kann als sanfte Gattin Uma oder als Kriegerin Durga auftreten.

Nimmt das Unheil im Universum zu, so verbinden sich laut Tradition „Sarasvati, Lakshmi und Parvati“ zu Kali, der dunklen Seite Shaktis, die alles auf ihrem Weg zerstört. (Wikipedia)

Vishnus wichtigste Inkarnationen sind Rama, Krishna und Buddha.

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(wird fortgesetzt)

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