Gedanken zur Kunst (1)
November 13, 2008
Die Kunst (gibt es sowas überhaupt?) scheint in Deutschland einen seltsamen Weg zu gehen. Abgesehen von Trends und Strömungen, der Suche nach dem Innovativen und der Sucht nach neuen Medien, ergibt sich eine Richtung, die irgendwie keinen Sinn macht.
Die Leere, die die heutige Gesellschaft der oberflächlichen Lebensinhalte wiederspiegelt, ist auch in der sogenannten kontemporären Kunst wieder zu finden, einer Kunst, in der nichts mehr daran erinnert, daß man einmal an Schönheit, Harmonie und Ästhetik gedacht hat, wenn man von Kunst sprach.
Zugegeben, dies ist reichlich pauschal ausgedrückt – ich möchte aber betonen, daß dies eine ganz subjektive Empfindung ist, von der ich hier spreche.
Grundsätzlich ist daran eigentlich nichts ausszusetzen, wenn kontemporäre Kunst sich auf aktuelle Ereignisse, Gedankenwelten und soziale wie politische Zusmmenhänge bezieht, ganz im Gegenteil – alles andere wäre unecht, weltfremd, nicht mehr zeitgemäß. Aber muß es denn auch häßlich und abstoßend, langweilig und plump, anklagend und beleidigend sein? Muß man immer anprangern, provozieren und mental zuschlagen, wenn man kritisiert? Und muß das denn immer geschehen, ohne Pause, um denn als solche – kontemporäre Kunst anerkannt zu werden?
Kunst ist doch auch dazu da, die Seele zu ergötzen, wenn ich das mal so altmodisch ausdrücken darf. Kunst soll den Menschen doch auch entspannen, ihn sich wohlfühlen lassen, ohne jetzt gleich in das moderne Cliché von Wellness und Feng Shui abzugleiten. Kunst soll doch auch in eine Bilderwelt führen, die einem Vergnügen bereitet, die die Phantasie anregt, sich mit etwas anderem zu beschäftigen, dem Alltagstrott zu entfliehen und einfach Spaß zu haben.
Farben haben einen großen Einfluß auf die Psyche des Menschen. Formen gehören ebenfalls dazu. Dies ist gewissermaßen eine Tatsache. Warum also sich nicht mit visuellen Anreizen umgeben, die einen glücklich machen? Schöne Kunst ist ein solcher visueller Anreiz.
Ich habe oft das Gefühl, daß die meisten Menschen heutzutage gar nicht mehr in der Lage sind, etwas Schönes einfach zu genießen. Ist Kunst also dann fehl am Platz? Vor lauter “action” verliert man den Mut zum Nichtstun und einfach einem Gedanken nachzuhängen, weil dann gleich wieder der Druck da ist, daß man etwas verpassen könnte. Ist dies das Leben?










