The Vision – Rollbild auf Seide
November 12, 2008
Hier kommt ein weiteres Rollbild (silk scroll) auf Seide, das zu meiner Serie von asiatischen, ornamentalen Rollbildern gehört und das ich hier im Detail vorstellen möchte.
![]() |
| “The Vision” 134 x 56 cm, Rollbild auf Seide Abb.1 |
Auch auf die Gefahr hin, wie eine kaputte Platte zu klingen, aber dieses Rollbild strahlt eine wunderbare Ruhe aus und würde, in einem entsprechenden Raum aufgehängt, zu einem ganz besonderen Erlebnis werden. Die meditative Ausstrahlung dieses Wandbehangs hätte auf jeden sensiblen Menschen ein besondere Wirkung.
Das Auge wird durch die dezenten Farben beruhigt und das Motif der Landschaft mit den zwei visionären Buddhaköpfen versetzt den Betrachter in eine Art tranceähnlichen Zustand, der einer Tagträumerei ähnelt und von den Umtrieben des Alltags ein wenig zur Ruhe kommen läßt.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
Abb.2
Ich halte dies in der hektischen Zeit von heute für ausgesprochen wichtig. Man braucht einen Ort, an dem man Gedanken zur Ruhe kommen lassen kann und dies ist kein esoterischer Schmus. Ich denke, daß dies genau das richtige Bild für einen solchen Ort ist.
.
![]() |
| Abb.3 |
Die Arbeit an diesem Rollbild hat mir sehr viel Freude bereitet, weil es mich in gewisser Weise nicht nur an asiatische Traumlandschaften erinnerte, sondern auch an die Landschaften, die wir in Europa kennen: Landschaften in den frühen Morgenstunden in der wärmeren Jahreszeit, wenn die Nebel von einem großen Gewässer aufsteigen, wo man nichts anderes hört, als die Geräusche der Natur und wo man losgelöst von allem den Gedanken nachhängen kann.
![]() |
| Abb.4 |
.
.
.
Und dann kann es passieren, daß sich Bilder aus angenehmen Erinnerungen übereinanderschieben und zu einem wunderbaren Gefühl werden. Genau dies habe ich versucht, in diesem Gemälde auf Seide darzustellen.
.
.
.
.
![]() |
| Abb.5 |
Zur Fertigung dieses Rollbildes ist eigentlich nur zu sagen, daß es auf die gleiche Weise hergestellt wurde, wie die anderen aus dieser Serie. Die Basis war eine ockergelbe Habotai-Seide, die zuerst bemalt wurde. Grundlage für die Bemalung war wieder eine detaillierte Zeichnung von den Gesichtern, die Landschaften wurden direkt aufgemalt.
.
![]() |
| Abb.6 |
.
.
.
.
.
Mit dem filigranen Dekor auf Kopf- und Fußteil dieses Rollbildes soll an die aufwendigen Textildrucke in Indien und Indonesien erinnert werden, die mit handgeschnitzten Druckstöcken manuell hergestellt werden.
Das filigrane Muster hier ist jedoch kein Druck, sondern mit der Hand aufgemalt. Zuerst wurde eine Zeichnung angefertigt, die dann als Vorlage diente. Mit deren Hilfe und einem Lichttisch wurde dann das zarte Muster teils mit einem mit Seidenfarbe befüllten Textilpen mit sehr dünner Spitze und einem fast trockenen Pinsel direkt auf die Seide aufgetragen. Für diesen Vorgang braucht man sehr viel Übung und eine ruhige Hand. Der Pinsel darf nicht zu naß sein, es darf auch nicht zu viel Farbe aus dem Pen laufen, sonst fängt die Farbe sofort auf der Seide an zu laufen und die Konturen sind dann komplett verwaschen.
Da wir jetzt genügend über die Herstellung dieses Rollbildes erfahren haben, hier noch eine kleines Beispiel, wie dieser Wandbehang in einem Raum wirken könnte. Dabei spielt die Beleuchtung eine wesentliche Rolle. Der Vorstellungskraft sind hier keine Grenzen gesetzt und es lassen sich vielfältige Ideen verwirklichen.
.
Abb.8
.
.


















