The Palace – Rollbild auf Seide
November 12, 2008
![]() |
“The Palace” (Der Palast) 189 x 58 cm, Rollbild auf Seide Abb.1 |
Hier kommt ein weiteres Rollbild (silk scroll) auf Seide. Die Thematik bleibt in der indischen Kultur, aber dieses Mal geht es nicht um die Textilkunst, sondern um die fantastischen Archi- tekturen und Steinarbei- ten, von denen ich mich für dieses Rollbild habe inspirieren lassen.
Man gerät immer wieder von neuem ins Staunen angesichts der unglaub- lichen Kunstfertigkeiten. Besonders die filigranen Steinarbeiten haben es mir angetan. Bei denen fragt man sich allerdings manchmal, wie es den Erbauern gelungen ist, die Schwerkraft scheinbar außer Funktion zu setzen.
Wenn auch das gemeine Volk heute wie vor tausend Jahren oftmals Hunger leidet und die Slums in den Städten heute immer mehr anwachsen, so hatten (und haben) doch die Reichen einen Luxus um sich, der seinesgleichen sucht.
![]() |
| Abb.2 |
Aber gerade dieser Reichtum hat es erst ermöglicht, daß wir heute all diese Schätze bewundern können – so grotesk, wie das klingen mag. Durch den Reichtum war es erst möglich, hunderte der besten Handwerker zu be- schäftigen (und zu bezahlen), die diese Kunstwerke und ausgeklügelten Bautechniken erschufen. Es entstand eine Kultur, die ihresgleichen auf der Welt sucht.
![]() |
| Abb.3 |
Durch raffinierte Anordnung von Wänden, Pfeilern, Kuppeln, Simsen und Kaminen konnte die Luft in diesen Palästen zirkulieren und über das filigrane, durchbrochene Mauerwerk gekühlt werden – ganz ohne schädliche Klimaanlagen, die heute unsere Luft verpesten und ohne den unglaublichen Energieaufwand, der heute in den Metropolen betrieben wird, um das Ego von ein paar wenigen zu untermauern.
.
![]() |
| Abb.4 |
Ein Umstand, der die moderne Architektur vielleicht einmal mehr zum Umdenken bewegen sollte, angesichts der schwindenen Resourcen. Die Glaspaläste, die heute als unglaubliche Energieverschwender entstehen, sind eigentlich die wahren Saurier der Geschichte.
.
.
Statt dessen sollte man sich vielleicht einmal die traditionellen Bauten anschauen und sich darauf besinnen, ob nicht die eine oder andere Technik auf unsere modernen Architekturen übertragbar ist und damit der Verschwendung den Kampf ansagen. Viele tun es bereits, aber immer noch viel zu wenige.
.
.
.
.
.
.
Abb.5
Die physikalische Konstruktion dieses Rollbildes ist die gleiche wie beim vorherigen, das in diesem Artikel beschrieben wurde: Mittelteil, Kopf- und Fußteil. Zuerst erfolgte eine detaillierte Zeichnung, dann die Bemalung des Mittelstücks mit Farben, die sowohl wasserfest als auch lichtecht sind. Trotzdem sollte man diese Rollbilder niemals direktem Sonnenlicht oder anderer starker Beleuchtung aussetzen.
![]() |
| Abb.6 |
.
.
.
.
.
.
![]() |
| Abb.7 |
.
.
.
Bei diesem Rollbild wurde ganz besonders auf die Detailarbeit Wert gelegt, um an die filigranen Arbeiten des traditionellen indischen Steinhandwerks und Ornamentik zu erinnern.
![]() |
| Abb.8 |
.
![]() |
| Abb.9 |
.
.
Auch bei diesem Rollbild wurden Kopf- und Fußteil bemalt, nicht gebatikt. Die Ähnlichkeit zu den Batiken Südostasiens ist allerdings gewollt.
.
![]() |
| Abb.10 |
Für die Ornamente wurden Schablonen angefertigt, die dann mit Bleistift auf die Seide übertragen wurden. Danach wurdern die Muster mit dem Pinsel sorgsam ausgemalt.
.
.
.




















